Montag, 25. Januar 2010

Der letzte Blogbericht – wieder zuhause

Was soll ich schreiben – was soll ich sagen. Wow – ich bin begeistert. Nach 364 Tagen Weltreise bin ich wieder zuhause in Stuttgart angekommen. Ohne nennenswerte Zwischenfälle, keine Überfälle, keine wirklichen krankheitsbedingten Ausfälle (ein paar indische Magen-Darm-Irritationen ausgenommen – doch das gehört dazu), keine Geld- oder Equipmentverluste. Im Januar 2009 ging es los nach Indien, dann via Bangkok nach Myanmar, Brunei, Malaysia, Singapur, Indonesien, Australien, Neuseeland, Franz. Polynesien und letztendlich nach Chile. 11 Länder in die ich hineingeschaut habe, um Menschen, Kulturen, Lebensarten, Religionen kennen zu lernen. Ein klein wenig zumindest. Und dabei traf ich natürlich auch andere Reisende, die so wie ich neugierig auf die Welt sind, um den Erdball reisen, zu sehen was so passiert. Die alle auf dem Weg gelegenen bekannten großen Sehenswürdigkeiten genauso erkunden wollen wie die kleinen, unentdeckten und fast geheimen Schätze dieser Erde. Und die über als auch unter Wasser. Mein tiefster Tauchgang (von mehr als 100 während der Reise), mein höchster Berg in den Anden, am weitesten weg von Deutschland, ein 15.000 Fuss hoher Fallschirmsprung, all dies gehörte auch dazu um meine persönlichen Grenzen zu erweitern. Mit vielen Reisenden, vielen lokalen Bewohnern der Länder habe ich nur ein paar Stunden gemeinsam verbracht, mit Einigen ein paar Tage, gelegentlich sogar Wochen. Letztendlich spielt dies aber gar keine Rolle, gehörten sie doch alle irgendwie zum Teil meiner Weltreise dazu. Und bereicherten somit jeden Tag, ließen uns gemeinsam verschiedenste Erfahrungen sammeln. Wie viele von diesen Freundschaften die Jahre überstehen werden – ich werde es in der Zukunft sehen. Mit jeder Begegnung jedoch lernte ich über Menschen, Beziehungen, Freundschaften, kultureller Unterschiede und verschiedener Lebensprioritäten mehr und mehr. Nach einem Jahr des Reisens bin nicht klüger, vielleicht ein wenig weiser geworden, doch definitiver erfüllter im Herzen. Und für diese einzigartige Erfahrung bin ich dankbar.


Freitag, 22. Januar 2010

Hitzefrei – mein letzter Tag in Chile

Die ganze Stadt stöhnt unter der Hitze. Die Temperatur klettert auf scheinbar unerträgliche 39 Grad, so heiß wie seit Menschengedenken nicht. Ein jeder, einschließlich meiner Person, sucht sich ein kühles, schattiges Plätzchen, gönnt sich kühlende Getränke, besser noch ein Eis. Sogar der Brunnen auf dem Plaza del Armas wird zum Kinderplanschbecken. Die Hoffnung auf dem 860 m hohen Hausberg, dem Sanct Christobal, ein wenig Abkühlung zu erhalten, blieb bei einer Hoffnung. Gelegenheit für mich, sich nochmals wie eine Amphibie die Wärme aufzutanken und für das kalte Deutschland zu rüsten. Denn nach 1 Jahr Weltreise und über 4 Wochen in Chile heißt es wieder – Resumé ziehen und Abschied nehmen. Über das Erlebte, das neu Erfahrenere. Eine Woche über Weihnachten weilte an einem der magischsten Plätze unseres Planeten – Rapa Nui, der Osterinsel. Eindrücke, die mich noch über Jahre hinweg begleiten werden. Wunderbare Tage über Silvester bei Freunden in Chile, die mich als Nicht-Familienmitglied herzlichst aufgenommen haben. 10 Tage und Nächte in San Pedro de Atacama – eine eindrucksvolle und abwechslungsreiche Landschaft, inmitten der trockensten Wüste auf Erden. Dazu noch Stippvisiten in Santiago de Chile, La Serena, Vina del Mar und Valparaiso, die mir die Vielseitigkeit dieses herzlichen und offenbar endlos langen Landes nahegebracht haben. Morgen früh heißt es also Abschied nehmen von Santiago de Chile, die Heimreise beginnt. Mit lachendem und weinendem Auge. Und mit little trumpet.

Mittwoch, 20. Januar 2010

verschlafen ?

Vina del Mar und Valparaiso. Die Namen dieser beiden Orte an der Küste klingen schon fast wie eine Einladung, wie Musik in den Ohren. Hört man diese Städtebezeichnungen, dann stelle ich mir automatisch kleine verwinkelte Straßen vor, in denen sich schmucke Geschäfte und Cafes rund um die Plaza scharen. Auf dem blauen Wasser die pittoresken Fischerboote von den leichten Wellen bewegt tänzeln und der Fang des Tages von den Fischern zum Fischmarkt gebracht wird. Der Geruch von Salz in der Luft hängt, gemischt mit den Gerüchen des lokalen Marktes. Also zwei kleine verschlafene Idylle, fern der hektischen Zivilisation. Doch weit gefehlt. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Mit jeweils rund 300.000 Einwohnern grenzen Vina del Mar und Valparaiso fast übergangslos aneinander und bilden somit eine riesige Küstenstadt, die sich, soweit das Auge reicht, über die Hügel zieht. Am Strand, in den Straßen, im Containerhafen – überall herrscht rege Geschäftigkeit. Von Idylle also keine Spur. Und trotzdem zieht es die Menschen, wie auch mich, hierher. Egal ob Chilenen oder ausländische Touristen, der Charme des leicht Verfallenen in Valparaiso ist unübersehbar. Die steilen Straßen, die in der Stadt verteilten Aufzüge, mit deren Hilfe die Höhenunterschiede zwischen Berg und Tal geschickt überbrückt werden, all dies birgt seinen eigenen Reiz.

Pinera for President

Der Herr Pinera ist so etwas wie der Berlusconi von Chile. Er ist schwerreich, besitzt Macht. Und betätigt sich in der Politik – mit dem unbescheidenen Ziel auch Präsident zu werden. Vergangenen Sonntag war also Stichwahl zwischen ihm und seinem Konkurrenten. Er hat es geschafft. Mit Hilfe eines gigantischen Wahlkampfes konnte er sich durchsetzen. Das Finale, die Endauszählung, konnte ich in La Serenas Nachbarstädtchen Coquimbo erleben. Dort wollte ich eigentlich nur das Millenium-Kreuz, den Fischmarkt und die Altstadt besuchen. Und plötzlich finde ich mich unvermittelt in einem Autokorso, umgeben von schwenkenden Fahnen und Gehupe wieder. Denn die Präsidentschaftswahl wurde von den Anhängern der Partei lautstark gefeiert. Das möge man sich einmal in Deutschland vorstellen. Frau Merkel wird gewählt, und CDU Fans fahren mit heruntergekurbelten Fenstern und wehenden Flaggen durch die Straße und rufen „Angie, Angie“. Nicht wirklich vorstellbar, oder?

Sonntag, 17. Januar 2010

im Wine Valley

Das grüne fruchtbare Tal erinnert mich an die die Region rund um das italienische Meran, die schroffen hohen Berge in der Umgebung holen mich wieder in die Realität zurück, dass ich mich doch in den Ausläufern der trockenen Anden befinde. Unterwegs mit einer schlecht bis mittelmäßig gebuchten Tagestour reise ich ins Elqui Valley, dem chilenischen Zentrum der Pisco Herstellung sowie einer der Kornkammern des Landes. Rund 25 % des Gemüses und des Obstes wird in diesem fruchtbaren Tal angebaut. Und natürlich Weintrauben én masse. Aus dem zuerst entstandenen Wein wird im Anschluss in den hiesigen Destillerien Pisco gebrannt. Dieser wird dann später in den Bars zum Nationalgetränk „Pisco sour“ gemixt. Zucker, Eiweiß, Pisco, Zitrone, aufgefüllt mit was Sprudeligem, fertig ist das leckere Gesöff. Neben verschieden Verkaufsläden gehört auch eine recht interessante Besichtigung einer Pisco Destillerie zum Programm, deren beeindruckende Kellergewölbe mit angenehmer Kühle sicherlich zu den Highlights des Tages gehörten.

Musik, Musik, Musik

17 Stunden Fahrt mit dem komfortablen Nachtbus und ich erreiche am Morgen die etwa 150.000 Einwohner zählende Küstenstadt La Serena. 17 Stunden, dies klingt im ersten Moment viel, doch wenn gelegentlich Drinks serviert werden, im Hintergrund Kinofilme (auf spanisch) laufen und mein iPod mir gute Musik offeriert, dann reduziert sich gefühlt die Reisezeit auf die Hälfte. Eine heiße Dusche am Morgen, ein anständiges Frühstück und die Strapazen der Nacht sind vergessen. Wie in scheinbar jeder chilenischen Stadt gibt es einen „Plaza de Armas“, auf dem sich im Karee die Einwohner und Gäste im Schatten der Bäume tummeln. Ein dankbarer Fleck für Bands, Verkäufer und Schuhputzer. Eine dreiköpfige Band hat lautstark die Stimmung an sich gerissen und brilliert mit schmissigem Jazz, südamerikanischen Rhythmen und virtuosem Stil. So gut, das es mir selber wieder in den Fingern juckt und ich letztendlich eine ganze Stunde die Straßenparty genieße, bevor ich mich weiter durch die Straßen, vorbei an Ständen, Cafés und Verkaufsbuden, treiben lasse.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Salar de Tara

Mein letzter Blogbericht aus der Atacama-Wüste. Und wieder bin ich mit Carlos und Gudrun unterwegs, dieses Mal verschlägt es uns rund 140 km östlich von San Pedro entfernt in den recht unbekannten Nationalpark Salar de Tara. Wegen (bzw. dank) der entlegenen und unzugänglichen Lage finden nur wenige Touristen den Weg hierher. Ein Geländewagen mit 4-Rad-Antrieb ist nötig, und alle budgetgetriebenen Touristen scheuen das Investment in diese Tagesreise. Während des 4-stündigen Aufenthaltes im Park begegnet uns sage und schreibe 1 Auto, ansonsten sind wir, mit Getränken und Sandwiches versorgt, auf uns alleine gestellt. Carlos und ich, wir teilen uns die Autofahrt. Während ich den asphaltierten Streckenabschnitt hin und zurück bewältige, überlasse ich ihm gerne im offenen Wüstengelände seinen Wagen, geht es doch teilweise durch uns unbekanntes, unwegsames Gelände. Mit gutem Funk & Soul auf den Ohren (Carlos hat da genau meinen Geschmack getroffen) schrauben wir uns wieder in die Anden, nähern uns Argentinien und erreichen nach rund 2, 5 Stunden Fahrt eine Höhe von fast 4.900 m. Auf einem Felsplateau stehend verschlägt mir die Aussicht, aber auch die ungewohnt dünne Luft, fast die Sprache. Die Vielfalt der Farben ist beeindruckend. Roter Sandstein, der sich wie im Monument Valley blockartig auftürmt, perfekte Vulkankegel im Hintergrund, blaue Lagunen mit weißen Salzkrusten, umrahmt von grünen Oasen, Dünenlandschaften mit schwarzem Lavagestein gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft. Hätte ich den heutigen Tag mit dieser grandiosen Landschaft vermisst – mir wäre wahrscheinlich einer der schönsten Landstriche Chiles entgangen. Ich kann nur hoffen das die aktuellen Bemühungen, dieses schöne Fleckchen Erde zu erhalten, erfolgreich sind. Wir selber durften (bzw. mussten) vor Ort erfahren das ein Teilabschnitt der Fahrtstrecke gesperrt war – rund 2000 Flamingos haben Nester in der Lagune gebaut und werden vom örtlichen WWF (Conaf) gut geschützt. Den Umweg, auferlegt durch den Naturschutz, nahmen wir doch gerne in Kauf. Hat es doch unseren Spaß und die Freude des Tages keineswegs geschmälert. Und für mich war der Trip in den Nationalpark Salar de Tara ein gelungener Abschluss nach 11 Tagen Atacama-Wüste.

Salz auf meiner Haut

Neben den anderen 3 großen Touren, die in San Pedro angeboten werden, ist der Ausflug zur Laguna Cejar eher etwas für das Randprogramm – und dies völlig zu Unrecht, wie ich gestern feststellen durfte. Gemeinsam mit Carlos, einem hiesigen Internetcafébesitzer und Gudrun, einer treuen San Pedro Besucherin, ging es gemeinsam zum Salzsee. Tatsächlich sind es eigentlich mehrere Salzseen, die ähnlich dem toten Meer in Israel einen extrem hohen Salzgehalt aufweisen. Dank dieses ungewöhnlichen Effektes treibt ein Jeder fast schwerelos auf der Oberfläche entlang und genießt die Gewissheit nicht untergehen zu können. Umgeben von vereinzelten Sträuchern und Gräsern, die aus dem Salzwasser die notwendigen Mineralien und lebensspendenden Tropfen gewinnen können, fristet die Lagune ansonsten inmitten der Salzwüste ein unscheinbares Dasein. Und diese Einsamkeit haben wir, begleitet mit einem Glas Pisco sour, ausgiebig genossen.

Montag, 11. Januar 2010

„San Perro“

San Pedro hat eindeutig ein kleines Problem. Streunende Hunde. Zynische Stimmen nennen daher die Stadt auch „San Perro“ (span. Perro = Hund). Ob morgens, mittags oder am Abend – sie sind allgegenwärtig. Und in einem teilweise erbarmungswürdigen Zustand. Denn auf der Straße lebend werden sie von niemandem betreut, müssen sich irgendwie durchschlagen. Und den nächtens höre ich die ein oder anderen Straßenkämpfe, der stärkere setzt sich durch. Die offenen Wunden der Kämpfe und der Krankheiten zeugen davon. Aggressiv gegen über den Menschen sind sie nicht, wer beisst schon die Hand die einen füttert. Selbst vorbeifahrende Fahrradfahrer werden in der Regel in Ruhe gelassen. Teilweise alleine unterwegs, manches mal im Doppelpack in einem Geschäftseingang rumliegend, gelegentlich im Zehnerrudel vor der Kirche herumstreunend. Und nie weiß man wie viele Flöhe auf den Rücken mitreiten. Nun weiß ich nicht ob die örtliche Verwaltung sich dieses Problems im Klaren ist – die anreisenden Gäste sicherlich, denn die Anzahl in diesem überschaubaren Ort kann schlichtweg nicht ignoriert werden. Ich kann nur hoffen das sich über kurz oder lang ein Fürsprecher findet, der die Tiere über kurz oder lang unterstützt. Denn auch wenn es ein Hundeleben ist, so muss es doch kein räudiges sein...

Sonntag, 10. Januar 2010

Ganna and his harem

Während viele Touristen nur für 2-3 Tage in San Pedro verweilen, die Tagestouren abreißen und dann wieder zum nächsten Ziel hecheln, genieße ich die zeitliche Unabhängigkeit und gönne mir zwischen den Etappen jeweils einen Ruhetag. Zeit zum Schreiben, Bilder sortieren, Emails verwalten, Lesen, mit den Menschen reden. Und natürlich diese ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Denn so schön auch die Impressionen sind, nach über 11 Monaten des Reisens setzt eine gewisse Sättigung ein. Und diesem muss ich Tribut zollen. Doch mein gestriger Tagesausflug war einmal wieder sehr informativ, beeindruckend – und lustig. Erbarmungslos früh um 4.00 Uhr ging es los in Richtung El Tatio, den Geothermalfeldern, etwa 90 km nördlich von San Pedro gelegen. Auf unbefestigten Straßen wurden wir wieder bergauf in eine Höhe von 4.330 m geschüttelt. Ich schreibe Wir, und dies hat eine amerikanische Touristin unter schallendem Lachen aller so nett formuliert. „Ganna and his harem”.Gunnar und seine 7 Frauen. Denn ich war an diesem Tag bei der gebuchten Tagestour der einzige männliche Gast an Bord. Nur noch Ron, unser Reiseführer, und der Fahrer sorgten für eine ausgewogenere Mischung. Doch zurück zu El Tatio – nach dem Yellowstone Park in den USA und einem Feld in Kamtschadka ist El Tatio die 3. größte aktive Geothermallandschaft weltweit. Sprudelnde Geysire, blubbernde und nach Schwefel riechende Sumpflöcher, aber auch genau so beeindruckende dampfende kleine Schornsteine verteilen sich auf ein ganzes Hochplateau. Auf Grund der Höhe kocht das Wasser hier bereits bei 85 Grad Celsius und kondensiert sofort beim Austritt in die heute morgen –4 Grad kalte Luft. Bereits eine Stunde nach Sonnenaufgang ist der aufsteigende Dampf schon kaum noch zu sehen, hat doch die wärmende Sonne dann den Temperaturunterschied größtenteils kompensiert. Um uns im Anschluss selber ein wenig aufzuwärmen, führte uns Ron in ein kleines, malerisches Tal. Obwohl es hier seit Jahren nicht geregnet hat, so fließt trotzdem ein kleiner Fluss, aus den Anden kommend, stetig und sorgt für eine Oase im Canyon. Vulkanische Aktivität sorgt dafür, dass dieser kleine Fluss selbst nach einigen Kilometern eine angenehme Wassertemperatur von 30 Grad aufweist und förmlich zu einem Bad in einem der kleinen Becken einlädt. Was wir sichtlich genossen haben wie man sieht. Die Abschlussfrage des Tages war: Was fehlte bisher bei all meinen Wüstenbildern? Der obligatorische Kaktus. Denn als Blickfang faszinieren diese Pflanzen, die mit einem Minimum an Wasser auskommen, immer wieder. Egal ob es die großen kaminartigen Kakteen oder die runden Schwiegermuttersitze sind, zum Wüstenbild gehören sie irgendwie dazu. Eine 1-stündige Wanderung durch ein Kakteenfeld rundet meinen Tourtag durch die Atacama Wüste auch fotografisch vollends ab.

Freitag, 8. Januar 2010

Flamingos und Lagunen

6.15 Uhr am Morgen, 5 Grad und windstill. Müde und verschlafen stehe ich vor dem Gästehaus und warte auf meinen Führer, Jerome. Flamingos sind scheu, daher wollen wir vor den anderen Reisegruppen die Laguna de Chaxa im „Reserva Nacional Los Flamencos“ erreichen. Dem Sonnenaufgang entgegenfahrend passieren wir das verschlafene Dörfchen Toconao und begeben uns in die unwirtliche Salzwüste, die größtes des Landes Chile. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen wir, inmitten dieses lebensfeindlichen Raumes, die Laguna de Chaxa. Und tatsächlich, ein wenig Wasser, wenn auch salzig, reicht aus um Leben zu ermöglichen. Etwa 200 Flamingos verteilen sich auf ein weitläufiges Areal, stehen mit den Knöcheln im Wasser und fischen gemütlich mit ihrem Schnabel Krill aus dem Wasser. Krill, diese kleinen garnelenartigen Lebewesen, bilden die Nahrungsgrundlage der Flamingos – und bescheren ihnen ihre rote Farbe. Mir persönlich ein Rätsel wie diese Tierchen in dem Wasser überleben können. Eine weitere Reisegruppe erreicht die Lagune, laut schwatzend und fröhlich Bilder schiessend, und binnen Sekunden verflüchtigen die scheuen Flamingos sich im schützenden Hinterland. Sehr zum Leidwesen der neu angekommenen Reisegruppe, die darauf hin Ihre Lautstärke merklich reduziert. Selber schuld – kann ich da nur sagen. Beeindruckt von dieser scheinbar endlosen Salzkruste verlassen wir die Lagune de Chaxa und schrauben uns mit dem Auto bergaufwärts. Ausgehend von 2.400m Höhe erreichen wir auf 4.300m Höhe, zum gleichen Nationalpark gehörend, die Lagunas Miniques und Miscanti. Flankiert vom 5.622m hohen Cerro Miscanti und umgeben von weiteren, bis zu 6.000m hohen Vulkanen heben sich die beiden Lagunen mit ihrem Tiefblau schon fast unnatürlich von Ihrer trockenen Umgebung ab. Apropos Vulkane, 10 % der weltweit als aktiv eingestuften Vulkane (immerhin 1.500) befinden sich in den chilenischen Anden, entstanden durch das Aufeinanderprallen der südamerikanischen und der pazifischen Erdplatte vor Millionen von Jahren. Und sie bewegen sich immer noch, wenn auch langsam. Daher wird ein erneuter Ausbruch von einem der umliegenden Vulkane in den nächsten Jahren wieder erwartet. Mit diesem von Jerome vermittelten Informationen im Hinterkopf rollten wir am frühen Nachmittag wieder zurück, stoppten in Toconao bei einem grinsenden Lama, und mit einem eisgekühlten Getränk eines amerikanischen Brauseherstellers konnte ich meine staubtrockene Kehle beglücken und zu neuem Leben verhelfen.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Im Valle de la Luna

Allein der Name des von mir gestern abend besuchten Tales klingt schon nach Musik. Tal des Mondes. Und so stellen sich mir auch diese ungewöhnlichen Fels- und Schluchtenformationen dar. Die vor Millionen von Jahren entstandenen Strukturen, einer Mondlandschaft ähnlich, wurden überwiegend durch Winderosionen geschaffen. Während die nahegelegenen Vulkane sich aus dem Gestein der Lava aufgetürmt haben, besteht das Valle de la Luna jedoch aus Salz. Bedeckt und gemischt mit einer feinen Sandschicht lassen sich die Salzkristalle nur unter der Oberfläche oder in kleinen Ornamenten entdecken. Lauscht man jedoch ein paar Sekunden in die Berge hinein, so knackt und kracht es im Gebälk. Denn die Hitze des Tages sorgt für Expansion der Kristalle, die Kühle der Nacht bewirkt wiederum das Gegenteil. Viel Wind, selten Regen – auf diese Weise hat die Natur eine Szenerie erschaffen, ob Canyon, ein natürliches Amphitheater oder die sogenannten 3 Marias, die auf unserem Planeten seinesgleichen sucht. Ein besonderes Lichtspiel zum Sonnenuntergang wurde mir am Abend zuteil. Denn Ron, mein Reiseführer der Tagestour, schien meine Gedanken zu lesen. Bei meiner Anreise nach San Pedro per Bus fiel mir ein Streckenabschnitt mit grandioser Aussicht auf. Mein spontaner Gedanke hierzu war: Dies ist ein idealer Sonnenuntergangspunkt, hierher musst du zurück. Und keine 48 Stunden später stehe ich bereits dort und lasse mich von dem Wechselspiel der Farben bezaubern. Die Mondlandschaft im Vordergrund, die weitflächige Salzebene dahinter, die mächtigen Berge der Andenkette in der Ferne runden das Gesamtkunstwerk der Natur ab. Und mir bleibt einfach nur die Demut, auf einem Felsvorsprung zu sitzen und dieses einstündige Schauspiel auf mich wirken zu lassen. Und diese Wirkung wird mich noch lange begleiten, dessen bin ich mir sicher.

San Pedro de Atacama

Morgens um 3.30 Uhr quälen sich die ersten Touristen müde aus den Betten. Ihr Ziel – die Geysire von El Tatio mit Abfahrt um 4.00 Uhr. Zwei Stunden später folgen die Besucher der Altiplano Lakes und der Salzwüste von Atacama. Entsprechend idyllisch genieße ich, gestern nach 2 Stunden Flug und 1,5 Stunden Autofahrt angekommen, am Vormittag die Ruhe der kleinen Wüstenstadt San Pedro de Atacama. In Grenznähe zu Bolivien und Argentinien gelegen lockt die Region durch ihre landschaftliche Vielfalt Tausende von Touristen aus aller Welt an. Erstaunlich, leben doch hier an diesem entlegenen Fleck, flankiert von fast 6.000m hohen Bergen, gerade mal 3.200 Menschen. Ab dem Nachmittag und dem Abend wird dann die Szenerie von hungrigen und erschöpften Reisenden bestimmt. Auf der Suche nach dem richtigen Restaurant und einem kühlenden Schluck nach einem (wieder) heißen Tag. Sobald die Sonne Ihre volle Kraft am Vormittag entfaltet, steigen die Temperaturen auf rund 35 Grad im Schatten – und davon gibt es nicht viel. Außerhalb der Stadt schon gar nicht. In den sogenannten Vorkordilleren auf 2.440m Höhe gelegen, werden dagegen die Nächte schnell bitterkalt. Mit rund 7 Grad in vergangener Nacht wurde ich mit milder Kälte beglückt, sind doch Minusgrade selbst jetzt im Sommer keine Seltenheit. Folglich darf ich mich in den kommenden Tagen bei den geplanten Ausflügen nach dem Zwiebelprinzip kleiden. T-Shirt, Hemd, Kapuzenpulli, Jacke. Und ggf. noch ein Windbreaker sofern nötig. Anziehen – ausziehen...wieder anziehen... damit es ja nur nicht langweilig wird.

Dienstag, 5. Januar 2010

Pablo Neruda

Er ist der Günther Grass von Chile. Ein begnadeter Schriftsteller, Sammler, Menschenkenner. Der 1973 verstorbene Literaturnobelpreisträger gilt nicht nur in Chile als Meister seines Faches wurde für mit Büchern wie „Der Briefträger“, zahlreichen Oden und anderen Werken zu einem Held des geschriebenen Wortes. Bei seinem Haus in Isla Negra, direkt am wild zerklüfteten Strand gelegen, wurde er beigesetzt. Und so wie in seinem ehemaligen Haus in Santiago de Chile oder in in Valpaiso pilgern die Menschen interessiert zu seinem Strandhaus, um dort das hiesige Museum zu besichtigen. Ob Gallionsfiguren, Muscheln, Segelschiff-Nachbildungen in der Flasche, die maritime Sammelleidenschaft von Pablo Neruda war umfangreich und vielseitig. Denn in dem als Schiff innen ausstaffierten Haus gab es zusätzlich noch Flaschensammlungen, Käfer- und Schmetterlingskästen zu besichtigen. Obwohl selber immer seekrank und daher nie auf dem Wasser unterwegs, die Begeisterung für das Meer schien keine Grenzen zu kennen. Die einzige Grenze heutzutage ist das Fotoverbot im Gebäude, so dass ich hier leider nur berichten, jedoch nicht visualisieren kann.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Familienanschluss in Algarrobo

Nach 2 Übernachtungen in Santiago de Chile fliehe ich dankbar aus der Großstadt gen Westen und befinde mich nun in Algarrobo an der Küste. Gleich um die Ecke befindet sich, eingebettet in einer Hotel- und Apartmentanlage, die größte Swimmingpool-Anlage der Welt. Ehrlich gesagt ziemlich scheußlich, daher gibt’s auch noch kein Foto davon. Hier in Algarrobo verbringe ich die nächsten Tage, u.a. auch die Jahreswechselfeier ins 2010. Dank Einladung von Daniela, einer Bekannten aus Stuttgart, genieße ich Großfamilienanschluss. Und somit Einblick in die herzliche und feierfreudige Gastfreundschaftlichkeit der Chilenen. Je näher sich das Jahr sich dem Ende neigt, umso mehr füllt sich das Haus. Und obwohl erst 24 Stunden im Haus, bekomme ich von Anfang an das Gefühl, willkommen und fast Teil der Familie zu sein. Als einziges Nichtfamilienmitglied ist der Gedanke, womöglich als „Fremdkörper“ zu stören, irgendwie völlig abwegig. Die Abendrunde erstreckt sich über vier Generationen, bei leckerem chilenischem Rotwein wird munter deutsch, englisch und natürlich spanisch geschwatzt. Nicht alles verstehe ich immer, wird doch das Spanisch fast maschinengewehrartig abgeschossen, doch dank Gestik und lebendiger Mimik erschließt sich mir der ein oder andere Wortfetzen. Es verspricht also ein rauschendes Silvesterfest zu werden. In diesem Sinne wünsche ich all meinen treuen Lesern einen tollen Rutsch ins 2010.

Montag, 28. Dezember 2009

Coca Cola und der Weihnachtsmann

Das Gerücht hält sich eigentlich schon seit Jahren, wird jedoch von seriösen Quellen regelmäßig widerlegt (siehe auch unter www.urban-legends.com). Zu gerne spielt Coca-Cola mit dem Klischee, sie hätten in den 1930er Jahren den weiß-roten Weihnachtsmann erfunden. Am Beispiel des hiesigen Weihnachtsbaumes wird dieser Glaube weiter geschürt. Und es passt doch so gut, wenn man sich die Farbkombination im Logo des leckeren Brauseherstellers ansieht. Ich habe gestern die Inselwelt des Pazifiks verlassen und bin mittlerweile in Santiago de Chile, der Hauptstadt, angekommen. Eine Millionenmetropole, die mich heute, am ersten Tag, fast erdrückt. Nach vielen Wochen ohne wirkliche Großstadt ist das Wuseln auf den Straßen und in der Fußgängerzone ein wenig gewöhnungsbedürftig. Durchatmen kann ich dabei auf den weiträumigen Stadtplätzen, wie z.B. dem „Plaza de Armas“ oder den kleinen Anhöhen. Inmitten von Hochhäusern erhebt sich der „Cerro Santa Lucia“, der nach Beschreibung von Charles Darwin im Jahre 1833 einen grandiosen Blick ermöglicht hat. Dank Smog und Bauwut hält sich der Augenschmaus in Grenzen, doch Charme haben die Gebäude und Brunnen, eingebettet in einen kleinen Park, allemal.

Samstag, 26. Dezember 2009

Tongariki – die 15

Ein „Ahu“, eine sogenannte heilige Gedenkstätte, beheimatet in der Regel auch einen oder mehrere Moai Figuren. Die mit Abstand größte Gedenkstätte, Ahu Tongariki, beeindruckt mit 15 Figuren in Reih und Glied den staunenden Besucher. Ob aus der Entfernung, von der Meeresseite, oder im frühesten Morgenlicht davor stehend, auf mich und auf jeden anderen Betrachter übt diese Formation eine enorme Faszination aus. Und wieder schwirren Fragen im Kopf herum: Wieso wurde gerade dieser Standort, fern von dem einzigen Dorf, gewählt? Wo sind die fehlenden 14 Topknots, der aus rotem Stein aufgesetzte Kopfschmuck (maohi: pukao), geblieben? Warum an dieser Gedenkstätte so viele Figuren? Warum sind keine Schleifspuren von Transporten zu finden? Warum enden die Figuren auf Hüfthöhe? Wieder ungelöste Fragen, die nach wie vor zu Spekulationen hinreißen, ohne das Beweise vorhanden sind. Verständlich also, das es Jahr für Jahr rund 70.000 Besucher auf die Insel lockt und der Faszination Osterinsel erliegen – Tendenz steigend.

Die Geburtsstätte der Moai

817 Moai Figuren gibt es auf Rapa Nui, verteilt auf der ganzen Insel, jedoch überwiegend in Küstennähe. Die Größe der einzelnen Steinskulpturen schwankt zwischen 2 m und sage und schreibe 21 m, während der größte Anteil etwa 5 – 7 m Höhe aufweist. Rund um den Vulkan Rano Raraku liegt die Geburtsstätte der Moai, denn aus dem Felsmassiv des Kraters wurden die mächtigen Steinblöcke per Hand mit Steinkeilen mühsam herausgeschlagen. Etwa 80 befinden sich noch in unmittelbarer Nähe des Vulkankegels und verwandeln die Landschaft in ein einzigartiges Erlebnis. Doch warum gibt es überhaupt Moais? Nach der ersten Besiedelung der Insel ab ca 800 n.Chr., als dank von verschiedenen Stämmen bis zu 20.000 Menschen auf Rapa Nui lebten, trug der Glaube dazu bei, dass wichtige und hochrangige Personen der Gesellschaft nach Ihrem Tode eine stellvertretende Steinfigur gehauen bekommen. Diese soll, mit dem Gesicht landeinwärts gerichtet, über die Bevölkerung wachen und diese vor bösen Mächten beschützen. Was, wenn man sich die weitere Geschichte betrachtet, in der durch selbstzerstörende Stammeskriege ein Großteil der Einwohner ausgerottet wurde, scheinbar nicht wirklich funktioniert hat. Diana, bei der ich für die Zeit meines Besuches netterweise couchsurfen (www.couchsurfing.com) kann, führt mich selber zu diesem magischen Ort, erläutert mir die Geschichte. Weist mich jedoch stets darauf hin, das trotz all der archäologischen Forschungen, die seit Jahrzehnten betrieben werden, vieles nur auf Vermutungen basiert und für vieles die wissenschaftlichen Beweise fehlen. Wie z.B. die unterschiedlichen Theorien über den Transport der mächtigen Steinfiguren vom Vulkan zu ihrem jetzigen Standort. Rätsel über Rätsel

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Die gespaltene Insel

Sie sind Südamerikaner = Chilenen, Polynesier und eigenständige Bewohner von Rapa Nui (große Rapa). Wie lässt sich der Spagat so unterschiedlicher Kulturen bewerkstelligen? Kaum, und tatsächlich ist es für die Einwohner hier ein kultureller, politischer, gesellschaftlicher Schnitt. Denn etwa 2000 eingewanderte Chilenen vom Festland leben auf Rapa Nui, etwa 2.300 Maohi folgen der polynesischen Kultur, rund 100 Ausländer haben hierher immigriert. Sprachlich, kulturell und vielen Traditionen folgend lehnt sich die Lebensweise der Maohi eng an die der Nachbarn aus Tahiti, aber sogar weitreichend bis nach Neuseeland an. Ob Kunsthandwerk, ob Tattoos, ob Kanusport und Surfing, ob Musik- und Tanzstil, trotz südamerikanischer Zugehörigkeit findet sich all das Maohi (Maori) Gedankengut wieder. Bei gestrigen Folklore Tanzveranstaltung konnte ich all die Lieder, Rhythmuselemente und eigentümlichen Tanzstile, die ich bereits in franz, Polynesien kennen gelernt habe, wieder entdecken. Der elegante Hula Hüftschwung der Frauen, der leicht tänzelnde und mit Sprintelementen angereicherte Männertanz, ergänzt mit kriegerischen Ausrufen und Gesten. Ein 2 stündiges Fest und ein Augenschmaus für mich und meine Kamera. Was mir wiederum zeigt – die polynesische Lebensweise stark und gegenwärtig. Mehr vielleicht als manch Chilene akzeptieren möchte. .

Rapa Nui – Im Land der Moai

5 Stunden Flugzeit von Tahiti aus, doch genauso weit ist es zum südamerikanischen Kontinent nach Santiago de Chile. Die Insel der Moai, der mysteriösen Steinfiguren, überwiegend am Strand an heiligen Stätten aufgestellt. Ein Eldorado für Archäologen, die sich um die Lüftung der Geheimnisse bemühen, die dem Ursprung und dem Untergang der Kultur auf den Grund gehen wollen. Für die kommenden 6 Tage ist die Osterinsel meine Welt die es zu entdecken gibt. In der direkten Umgebung von Hanga Roa, dem einzigen Dorf der Insel mit seinen rund 4.400 Einwohnern, konnte ich bereits die ersten Moais an der Küstenlinie entdecken. Und weitere werden folgen in den kommenden Tagen. Entgegen der landläufigen Meinung, dass das die Osterinsel von den Spaniern entdeckt und kolonialisiert wurde, waren tatsächlich die Niederländer bereits 1722 erstmalig auf diesem entlegenen Eiland.(am Ostersonntag). Und alle Ankömmlinge staunten nicht schlecht, als ihnen diese baumkarge, mit Steinfiguren übersäte Insel vor die Augen kam. Seit 1888 nun zu Chile gehörig. Was rechtlich eindeutig ist, kulturell jedoch nicht eindeutig. Dies will ich jedoch in einem anderen Bericht erkunden... es gibt also viel zu erfahren, zu entdecken, zu berichten ... es bleibt spannend.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Weihnachtsgrüße

Weiße Weihnacht unterm Tannenbaum
Dies bleibt hier in der Südsee wohl immer ein Traum
Obwohl – auf die Palme etwas Puderzucker streuen...
Hmm, lieber nicht, das Geklebe würde niemanden erfreuen
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Dies Weihnachtsfest wird anders sein
Nicht mit Familie, mit Freunden, doch auch nicht allein
Wen ich bald treffe – ich weiß es noch nicht
Sage „Kia Ora“, Willkommen – und er hat ein freundliches Gesicht
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Und obwohl wir uns beim Treffen nicht kennen
Sich bald danach die Wege wieder trennen
Und jeder reist zum nächsten Platz in der Welt
Die gemeinsame Zeit ist das, was verbindet, zusammenhält.
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Weihnacht auf der Osterinsel, es klingt wie eine Ironie
Doch so betrachtet habe ich es ehrlich gesagt nie
Mehr als Symbolik gesehen auf meiner Reise
Das Leben ist ein Kommen und Gehen – auf seine Weise.
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Und eins ist schön und toll zu wissen
Das mich in der Heimat ein paar Menschen vermissen
Nicht nur jetzt in dieser besinnlichen Zeit
In dieser emotionalen, ganz eigenen Fröhlichkeit.
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Und so gerne ich reise, so will ich auch danken
Allen mitteilen, dass sich meine Gedanken ranken
Um Euch, Euer Glück und Euer Wohlergehen
Auch ich freue mich auf ein Wiedersehen.
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Ich wünsche Euch allen ein paar schöne Weihnachtstage
Und ´nen guten Rutsch ins 2010 – gar keine Frage
Und fällt kein Schnee auf den Weihnachtsbaum zuhauf
Dann streut doch vielleicht etwas Puderzucker drauf.

Endspurt in franz. Polynesien

Und den Endspurt sehe ich in doppeltem Sinne. Denn zum einen rüsten sich hier, ich bin zurück in Papeete auf Tahiti, die Geschäfte für die letzten Tage des Weihnachtsgeschäftes. Und wie in Deutschland scheint die ganze Stadt Kopf zu stehen, alle rennen und hecheln von Geschäft zu Geschäft um noch die letzten Besorgungen zu erledigen. Grund genug für mich am letzten Tag nach rund 4 ½ Wochen in franz. Polynesien ein Auto zu mieten und dem Stadttrubel zu entfliehen. Eine weise Entscheidung, gibt es doch außerhalb der Stadt kaum Verkehr – und umso mehr zu sehen. Wenn auch das Paul Gauguin Museum keine Originalgemälde ausstellt, so gewährt es doch einen interessanten Einblick über das Leben und Schaffen des französischen Malers, der sich einen Teil seines Lebens dem Leben dieses entlegenen Archipels gewidmet hat. Den Tipp von meinem Couchsurfer-Hausherrn Sacha, einen bestimmten Aussichtspunkt auf der kleineren Nebeninsel Tahiti Iti aufzusuchen, habe ich gerne befolgt, wurde die Auffahrt ins Hochland doch mit einem grandiosen Blick auf das Gebirgsmassiv der Hauptinsel Tahiti Nui belohnt. Fazit: Obwohl mir die Inselwelt hier ziemlich den Geldbeutel geschröpft hat, so habe ich doch alle 5 Inseln, Tahiti, Mo´orea, Huahine, Bora Bora und Rangiroa mit all Ihren verschiedenen Facetten kennengelernt. Bei vielen Tauchgängen, Tanzveranstaltungen, Sportwettkämpfen, Inselrundfahrten und –begehungen sind mir wieder viele interessante Leute begegnet. Denn der Mensch steht doch bei jedem Besuch eines Landes im Vordergrund.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Flipper

Es war mein 100.ter Tauchgang in diesem Jahr. Und hat dadurch die Reihe meiner persönlichen Highlights um ein Weiteres ergänzt. Der höchste Freiflug, der tiefste und längste Tauchgang, die längste Reise, viele Länder zum ersten Mal bereist, am weitesten von Europa entfernt. Welch eine besondere Tour für mich. In exakt 48 m Tiefe hat eine liebenswürdige Delphindame mir ein Geschenk bereitet. Sie legt sich vor uns auf den Boden, quiekt freudig und will gekrault und gestreichelt werden. Streicheln heißt bei einem Delphin jedoch Handauflegen und nicht reiben, da sonst die empfindliche Haut zu sehr geschädigt wird. Da wir zu viert im Wasser unterwegs waren, genoss der Delphin rund 5 min lang unsere Zärtlichkeiten, streckte wie eine schnurrende Katze alle Flossen von sich. Bis sie sich dann irgendwann glücklich gestreichelt davon trollte und mit schwungvollen und kraftvollen Stößen gen Wasseroberfläche davon schnellte. In dieser Tiefe gesellt sich später noch ein sogenannter Tigerhai dazu. Umgeben von zahlreichen Grauhaien wirkt dieser massive Hai von fast 4,50 m Länge wie ein alter, mächtiger Häuptling. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Olivier Archambaud von Paradive, der mir freundlicherweise die Bilder dieses Blogberichtes zur Verfügung gestellt hat.







Sonntag, 13. Dezember 2009

Viele wollen – doch nur einer darf

Jedes Jahr im Juli findet auf Tahiti das Heiva Festival statt. Es ist DAS Tanzfestival schlechthin. Gruppen von allen Inseln aus ganz franz. Polynesien kommen hierbei zusammen, um miteinander – aber auch gegeneinander im Wettbewerb zu tanzen. Die gewinnende Gruppe genießt höchstes Ansehen, entsprechend begehrt ist es für alle Tänzer an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Doch jede Insel darf nur eine Tanzgruppe entsenden. Auf Rangiroa gibt es 4, doch nur eine darf nächsten Sommer nach Tahiti fliegen. Gestern abend nun gab es den offiziellen Vorentscheid, in dem, begleitet von der eigenen Musikformation, der Boden heiß getanzt wurde. Ob nur Frauengruppe, Männergruppe, Solotanz von Mann und Frau, Paar oder gemischte Gruppe – alle Varianten wurden vorgestellt um die guten Tänzer ins beste Licht zu rücken und die komplette Bandbreite der lokalen Folkloretänze zu präsentieren. Wer letztendlich gewonnen hat, war mir persönlich ehrlich gesagt egal. Denn toll getanzt haben alle Gruppen, bezauberten mit einfallsreichen Kostümen (die Kokosnussschalen sind doch herrlich, nicht?) und entfachten ein Feuerwerk bei den Zuschauern. Für mich ein herrlicher Abend, den ich gemeinsam mit etwa 10 lokalen Lehrern (die auch teilweise tauchen) und zwei englischen Jungs, die ich bereits auf Bora Bora kennen gelernt habe.











Samstag, 12. Dezember 2009

Rangiroa - und mein erster Hammerhai

Rangiroa – dieses größte Atoll der Welt steht für Weltklassetauchen. In nur 3 kleinen Passagen zum offenen Meer fliesst das Wasser, durch die Gezeiten bestimmt, ein und aus. Und genau in einer dieser Passagen ist mein aktuelles „Hausrevier“. Auf den Tauchgang heute morgen habe ich viele, viele Monate, fast Jahre warten müssen. Mein erster Hammerhai in 50 m Tiefe. Und nicht nur ein kleiner, sondern ein stattlicher Bursche von rund 3,50 m Länge. Auch wenn er uns nur ein paar Sekunden beehrt hat – er war es wert. Dazu gesellten sich 4 Delphine, Dutzende von Barrakudas, Napoleonfische, 1 Mantarochen, 1 Adlerrochenfamilie, diverse Grauhaie beim Fische jagen und diverse Riffhaie. Und dies alles in 1 Tauchgang. Was will man mehr? Und Olivier, mein Diveinstructor, kennt die Region wie seine Westentasche, so das ich hier noch einige spektuakuläre Tauchgänge vor mir habe. Und vielleicht kann ich demnächst irgendwann noch ein paar Bilder nachreichen ...

The big stuff

Auch wenn sich meine Tage hier auf der traumhaften Insel Bora Bora dem Ende neigen, genieße ich doch aus vollen Zügen die Wärme der Luft und des Wassers, das milchigblaue Farbenspiel in der Lagune, die Späße meines Divemasters Nico. Und Spaß hatten wir wirklich, auch wenn es „nur“ 4 Tauchgänge waren hier. Doch die hatten es in sich. Neben Haien diverser Sorte gabs endlich auch einmal wieder stattliche Manta-Rochen mit Spannweiten von 3-4 Metern zu sehen, einige davon in fast greifbarer Nähe direkt vor der Nase ... was ein phantastisches Erlebnis. (Bildquelle: Wikipedia.de) Morgen verlasse ich nun die Inselgruppe der Leeward Islands und weiter geht’s auf die Insel Rangiroa, den sogenannten Tuamotu Inseln zugehörig. Meine 5. Insel innerhalb von franz. Polynesien, die – wie kann es anders sein – für ihre tollen Tauchreviere berühmt ist. Werde ich dort endlich meinen ersten Hammerhai zu Gesicht bekommen? Wir werden sehen . . .

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Neuer Song von Alex E. Magnus

Ab heute - pünktlich zum Beginn der Weltklimakonferenz - ist der neue Song meines Brüderchens "Alex E. Magnus" mit zugehörigem Video online auf YouTube.
Ich hoffe er gefällt euch...
nun ja, im wesentlichen soll er auch etwas zum Nachdenken anregen.

http://www.youtube.com/watch?v=g6ylVjVUjyk

Das ein oder andere Bild mag vielleicht ein wenig bekannt erscheinen :-)

Liebe Grüße und viel Spaß mit dem tollen Song,
Gunnar

p.s. Kommentare sind erwünscht

Matira Point

Alle, die jetzt glauben das ich hier auf Bora Bora endlose Strände aus weißem Puderzucker genieße, an denen sich knackig braune Mädels räkeln – Fehlanzeige. Denn dieses entzückende Eiland besticht durch seine traumhaften Lagunen und nicht durch lange Strandabschnitte. Am südlichsten Zipfel, dem sogenannten Matira Point, wohne ich in einer kleinen Pension (siehe Bild 1). Und direkt dahinter, nur einen Kokosnusswurf entfernt, beginnt schon der einzig wirkliche Strand. Flach abfallend, ohne für Hunderte von Metern wirklich tiefer zu werden, lässt sich in 30 Grad warmem Wasser herrlich plantschen. Und ein wenig Kühle genießen, sofern mal bei diesen Wassertemperaturen überhaupt von Abkühlung sprechen kann. Ein paar Palmen gibt es natürlich auch, doch Schatten spenden sie nur bedingt. Denn wer legt sich schon freiwillig unter eine mit dicken, reifen und schweren Kokosnüssen behangene Palme? Kein vernünftiger Mensch zumindest...

Montag, 7. Dezember 2009

Bora Bora – ein Mythos lebt

Wenn ich schon in franz. Polynesien bin, dann lasse ich mir solch eine Gelegenheit nicht entgehen. Denn der Name der Insel steht für die Südsee schlechthin: Bora Bora. Während die Insel sich eigentlich nicht sooo großartig von ihren Nachbarn unterscheidet, ranken sich trotz alledem Mythen um dies Fleckchen im Ozean, umgeben sie mit einem eigenen Charme, sind mit ihren zahlreichen Luxushotels in den azurblauen Lagunen das Ziel von sehnsüchtigen Urlaubern, darunter auch viele Honeymoon Paare. Doch warum ist das eigentlich so? Die Amerikaner nutzten während des zweiten Weltkrieges die Insel als Stützpunkt im Kampf gegen die Japaner. Und nach Ende des Krieges kamen viele Soldaten in die Heimat, schwärmten von der idylle dieses Südseeparadieses – ein Mythos war geboren. Seit dem strömen Jahr für Jahr Tausende von gutbetuchten Touristen auf dieses kleine Eiland, umgeben von dem schützenden Riff, um genau diese Traumkulisse zu erleben. Was sich, zu meinem Leidwesen, auch im Preisniveau, widerspiegelt. Denn des liegt nochmals über dem der Nachbarinseln. Doch meine Ankunft mit dem Flieger (es waren genau 14 min Flug von Huahine aus) ließ bei all diesem blauen Farbspiel mein Herz höher schlagen. Der Flughafen, auf einer kleinen vorgelagerten Insel platziert, wird direkt mit dem Boot angesteuert und alle Gäste mit einer kurzen Fahrt durch die Lagune auf die unterschiedlichen Farben eingestimmt. Der steil aufragende Mount Pahia (661 m) und Mount Otemanu (727 m) dominieren im Hintergrund die Szenerie des Geschehens, während jedoch die milchblauen Schattierungen die Augen überbordend blenden. 5 Tage habe ich mir für diesen Südseetraum vorgenommen, und ich bin neugierig was mir noch alle so begegnen wird...









Sonntag, 6. Dezember 2009

Der Dorfplatz

Ich nenne ihn jetzt einfach mal Dorfplatz. Denn eigentlich ist dieser Platz in Fare so klein, dass er wahrscheinlich diesen Titel noch nicht einmal offiziell trägt. Am Freitag abend noch wird der Dorfplatz genutzt, um das französischste aller Spiele zu zelebrieren: Boule. 4 Teams männlicher Zusammensetzung, von 25 – 70 Jahren ist wohl alles dabei, werfen dabei fleißig die Kugeln hin und her. Jubeln, fluchen, leben jeden Wurf mit Leidenschaft. Und dies alles im Schein der untergehenden Sonne. Spätes Aufstehen (so gegen 7.45 Uhr) am Samstag morgen hat zur Folge, das sich der Dorfplatz (direkt vor meiner Pension) schon mächtig in Aufruhr befindet. In den frühen Morgenstunden wurden bereits ein Zelt, ein Volleyballnetz sowie 2 Tischtennisplatten aufgestellt. Und es geht munter zur Sache. Eine Wohltätigkeitsveranstaltung lädt jung und alt dazu ein, sich aktiv an den Sportgeräten auszutoben. Und dabei darf natürlich der polynesische Nationalsport, das Kanufahren, nicht fehlen. In einem packenden Rennen über einige Kilometer fliegen die durchtrainierten Kanuten übers Wasser und in eingespielten 3er Teams wird bis zum Schluss um jede halbe Bootslänge gekämpft. Start und Ziel ist natürlich – der Pier am Dorfplatz. Wer also nicht in Motorbooten die Kanus begleitet, der gibt sich den kulinarischen Leckereien und den Tanzgenüssen der einheimischen Mädels hin. Ob die allerkleinsten, die jungen Mädels oder die Erwachsenenriege sich nun mit dem getanzten Hüftschwung beschäftigen, alle erhalten von den umstehenden Inselbewohnern und sonstigen Gästen den verdienten Applaus. Und angesichts der Mittagshitze, der alle Akteure ausgesetzt sind, ist jede vergossene Schweißperle doppelt zu bewundern. So wie ich bewegen sich daher am Ende der Veranstaltung eine Vielzahl der Besucher dankbar in Richtung Strand, um dort den sonnigen Samstag gemütlich ausklingen zu lassen. Für mich auf jeden Fall ein schöner Abschluss hier auf Huahine, denn morgen geht´s wieder in den Flieger zur nächsten Insel, nur ein paar Minuten entfernt. Wohin, davon berichte ich dann beim nächsten Mal – es bleibt spannend ...

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Marché de Huahine

Selbst der banale Gang am morgen zum Straßenmarkt lässt das Herz höher schlagen und erfreut den Mensch und Fotografen. Dann werden schier alle Sinne angesprochen und gelockt. Reife Honigmelonen wetteifern farbenfroh in süßem Duft mit Papayas und Ananas. Eigentlich benötige ich ja nur ein paar Früchte für meinen Mittags-Obstsalat. Frische Mangos, Ananas, Bananen standen ganz oben auf meiner Einkaufsliste. Was, wie ich feststellen durfte, gar nicht so einfach ist. Denn alles ist zwar an den Marktständen verfügbar, doch solch kleine Mengen wie ich sie denn für mich alleine benötige, werden ungerne verkauft. So gibt’s die Ananas immer nur im großen 3er Pack, bei den Bananen gleich ne halbe Staude und von den Mangos im Packungen von 6-8 Stück. Nun denn, dann gibt es halt in den nächsten Tagen Obstsalat, Obstsalat, Obstsalat ...





Dienstag, 1. Dezember 2009

Tequila – Vanilla – Vanilla – Tequila

Dies war der ständige Spruch eines alkoholseligen Vanillefarmers am frühen Nachmittag. Doch der Tag heute fing schon schwungvoll und abwechslungsreich an. Denn am morgen ging es mit Theo, meinem persönlichen Divemaster (momentan bin ich der einzige tauchende Kunde bei ihm) zum Tauchgang. Nur knapp 10 min Bootsfahrt und wir befanden uns unterhalb der Schiffspassage, der Einfahrtschneise zum Hafen von Huahine. Getreu dem Motto – je stärker die Strömung um so größer die Haie - durfte ich gespannt sein, kämpften wir uns doch teilweise nur mit Handeinsatz Stück für Stück an die Passage heran. Gekrönt wurde der Unterwassereinsatz mit etwa 25 – 30 stattlichen Grauhaien (ca. 3m lang), die sich träge gegen die Strömung stellten und gemeinsam mit einem Barrakudaschwarm in Jagdposition brachten. Später an Land musste ich dann feststellen, das ich mich schier als ein Gejagter empfand, legte doch zwischenzeitlich ein Luxusliner in der Nachbarbucht an und spuckt etwa gefühlte 3000 Besucher an Land, die in Windeseile alle Gemütlichkeit und Ruhe der Vergangenheit haben angehören lassen. Grund genug für mich sich einen Scooter zu mieten und den Tag auf 2 Rädern irgendwo auf der Insel zu verbringen.Vorbei ging es an alten Zeremonienstätten, direkt an einer Lagune von Maeva gelegen. Lebhaft wurde hier mit Hilfe von Infotafeln das Leben und die Brauchtümer vor der Kolonialisierung aufgezeigt. Und mit ein wenig Phantasie (wenn man sich die Tagesbesucher vom Kreuzfahrtschiff wegdenkt) kann man sich in das Leben von einst ein wenig hineindenken. Ein spontaner Stop auf dem Weg in Richtung Huahine Iti, der Südinsel, führte mich zu Francois, einem Vanillefarmer. Nett, wen auch ein wenig redselig und mit einer trinkfreudigen Laune ausgestattet, führte er mich durch seinen Vanilleanbau. Und auch hier lernte ich wieder einmal etwas dazu, sah ich doch wachsende Vanilleschoten noch nie zuvor am Busch hängen. In Gewächshäusern wachsen die Schoten Stück für Stück gut bewacht heran, was angesichts der hohen Vanillepreise auch kein Wunder ist. Pünktlich zum Sonnenuntergang kam ich also wieder in Fare an und durfte freudig feststellen, dass der kleine Ort wieder seinen wenigen Einwohnern und seinen noch weniger vorhandenen Übernachtungsgästen gehört.

Montag, 30. November 2009

Die Krux mit der Unterwasserfotografie

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Wie meine treuen Leser ja wissen, fotografiere ich aktuell nicht unter Wasser sondern „borge“ mir von meinen Mittauchern das ein oder andere Foto aus. Und je länger ich unterwegs bin, umso mehr weiß ich dies auch zu schätzen. Denn die UW Fotografie hat es ganz schön in sich. Denn Punkt 1: Das Wasser wirkt wie ein Vergrößerungsglas und lässt die Dinge größer erscheinen wie sie sind. So werden 1,5m große Haie gleich mal zum 3 m Monstrum – übertrieben ausgedrückt. Punkt 2: Ab 5m Tiefe werden bereits 95% der roten Farbe absorbiert, ab 10m Tiefe fast alle gelbe Farbe. Um also dann nicht nur blaue Bilder zu erhalten, bedarf es einen starken Blitzes – und den haben leider nur die besseren, entsprechend kostspieligeren Kameras. Letztendlich Punkt 3: Fische wollen beim Fotografieren irgendwie nicht wirklich stillhalten und für den Fotografen posieren. Und ist der Finger am Abzug ein wenig zu langsam, schwuppdiwupp ist der Fisch auch schon weg. All dies hat zur Folge, dass die Ausbeute einer UW Fotosafari selten mich richtig guten Bildern gekrönt wird. Bei einer Ausbeute von 5 Bildern je 100 Aufnahmen mit wirklich guten Ausleuchtungen und Motiven bedarf es viel, viel Geduld und Erfahrung. So verlockend es bei einigen Tauchgängen ist, selber die Kamera in die Hand zu nehmen, so entspannter ist es jedoch auch einfach nur die Welt der Korallen und bunten Fisch life zu genießen und all die Impressionen auf sich wirken zu lassen. Und beeindruckend ist es schon bei besonderen Tauchplätzen vom Boot ins Wasser zu springen und von etwa einem halben Dutzend Grauhaie und 2 Dutzend Schwarzspitzenhaien erwartet um umkreist zu werden. Ob mit oder ohne Kamera...

Sonntag, 29. November 2009

Die dritte Insel

Nach Tahiti und Moorea empfängt mich Huahine, die dritte Insel auf herzliche, ruhige Weise. Ich wurde bereits von anderen Reisenden vorgewarnt: Auf Huahine tickt die Uhr ein wenig langsamer, hier ist es ruhig. Mit diesen Worten im Ohr steuerte ich also das „lebendige“ Zentrum der Insel, Fare, an. In einem netten kleinen Gästehaus „Chez Guynette“ mit angeschlossenem Café komme ich mir vor wie in einem französischen Badeort – außerhalb der Saison. Die wenigen Touristen, überwiegend Franzosen, mischen sich unauffällig ins Gesamtbild. Und während am Samstag morgen die paar wenigen Marktstände aufgebaut werden, wird bei Lawrence und Olivier, den beiden Betreibern des Gästehauses, eifrig Espresso getrunken und von den Einheimischen der neueste Klatsch und Tratsch ausgetauscht. Also wäre ich nicht schon entspannt – hier spätestens würde es binnen kürzester Zeit gelingen . . .

Samstag, 28. November 2009

Das Leben kann so schön sein

Farin Urlaub hat´s in dem Lied auf den Punkt gebracht:

http://www.youtube.com/watch?v=dOcSZE-tZk8

Freitag, 27. November 2009

Müßiggang auf Moorea

Ein repräsentativer Tag im Leben des Gunnar E. auf Moorea. Gemütliches Aufstehen gegen 6.30 Uhr und der Gang zum Bäcker mit dem Ziel das obligatorisch französische Baguette käuflich zu erwerben. Frühstück um 7.00 Uhr mit demselben, Honig, Frischkäse und ein wenig Obst. 8.00 – 12.30 Uhr geht’s zum Tauchen und Unterwasserwelt erkunden. Die Reste des Baguettes erfreuen mich dann zum Lunch, gemeinsam mit ein paar Tomaten. Mit einem Buch widme ich mich der Mittagsrast, bevor es dann irgendwann wieder in Richtung Strandspaziergang oder Schnorcheln geht. Gerne auch am Cafe vorbei um sich einen Espresso zu genehmigen. Am Abend dann kollektives Genießen des Sonnenuntergangs mit den Mitbewohnern des Campingplatzes. Fotoapparate kommen ausgiebigst zum Einsatz. Nach Sonnenuntergang steht die Frage des Abendessens auf dem Programm. Selber kochen oder Essen gehen ? In der Gemeinschaftsküche zischelt und brutzelt es und erfüllt den Raum mit leckeren Düften. Im Anschluß werden die Spielkarten gezückt und bis etwa 21.30 Uhr gezockt und geredet. Am Abend im Bett entweder Spanisch lernen, sich dem Buch wieder widmen oder Bilder sortieren ... am nächsten Morgen gemütliches Aufstehen gegen 6.30 Uhr und der Gang zum Bäcker mit dem Ziel ...







Sonntag, 22. November 2009

Fische top – Korallen flop

Moorea – der Name der Insel klingt schon wie Sehnsucht, Südsee, Palmen und azurblaues Wasser. Und tatsächlich, ein wenig lässt sich von dieser Kulisse auch durchaus hier finden. Aus dem polynesischen übersetzt heisß die Insel eigentlich „Insel der gelbäugigen Eidechse“. Zu Gesicht habe ich diese noch nicht bekommen, doch das wird ja vielleicht noch... obwohl, das habe ich ja in Australien beim Cassowary und in Neuseeland beim Kiwi-Vogel ebenfalls gedacht. Während die Distanzen zwischen den Inseln Polynesiens in der Regel mit dem Flieger überbrückt werden, war es von Tahiti auf meine aktuelle Insel ein Leichtes, die Fähre zu benutzen und in weniger als 45 Minuten überzusetzen. Empfangen hat mich eine relaxte Insel mit einer typischen Küstenstraße drum herum, einem in die Jahre gekommenen öffentlichen Bus (liebevoll „le truck“ genannt)vielen Palmen und azurblaues Wasser. Der Bungalow auf meinem Campingplatz ist für hiesige Verhältnisse bezahlbar, und dank einer internationalen Gästeschar kommt von Anfang an familiäre Atmosphäre auf. Ach ja, während ich beim Schnorcheln schon die ersten Adlerrochen im 20er Pack sehen konnte, ging es heute morgen (Samstag) auf zu meinen beiden ersten Tauchgängen in hiesigen Gewässern. Zitronenhaie, etwa 3m groß, waren das Ziel des ersten Tauchganges – und diese waren auch in einem halben Dutzend zu sehen, ergänzt mit einer Vielzahl von Schwarzspitzenhaien und Schildkröten. Dagegen hinterließ der gefräßige Seeigel, Taramea genannt, sichtbar seine Spuren. Ganze Landstriche an Korallenbänken fielen dieser zu tausenden auftretenden Art zum Opfer und erst nach mehreren Jahren erholen sich langsam die Korallenbänke wieder vom Kahlfraß. Fazit des ersten Tauchtages: Fische top – Korallen flop.








Donnerstag, 19. November 2009

Der erste Eindruck

Der erste Eindruck ist beim Ankommen in einem Land für mich unheimlich wichtig. Da werden schon ersten Weichen für die kommenden Wochen gestellt. Und gestern abend bzw. heute war es wieder einmal soweit. Kaum steige ich aus dem Flugzeug, erschallt schon von einem Trio klassische tahitianische Musik. Was eine Einstimmung. Sacha, mein Gastvater (via Couchsurfing) holt mich freundlicherweise vom Flughafen ab, umarmt mich herzlich, begrüßt mich mit einer traditionellen Blumenkette und hängt sie mir um den Hals. Wieder ein Bonuspunkt. Da die Fahrt zu seinem Haus schon in der Dunkelheit stattfindet, bleibt mir der erste Blick über die Insel verborgen. Doch heute morgen ein erster Rundumblick aus der Höhe. Kann der Tag schöner beginnen? Als mir Sacha dann heute morgen noch eröffnete das er frisches Biobrot gebacken hat – mein Strahlen sprach Bände. Von Papeete, der Hauptstadt, wusste ich das sie nicht gerade vor Attraktivität strotzt und die Aufnahmen von Werbebroschüren mit Sicherheit von anderen Inseln stammen. Trotzdem wollte ich mir natürlich selber ein Bild machen und es ging mit dem Bus ins Getümmel. Ob Markthalle, Landesteg oder Hauptstrasse – jede Ecke von Papeete zeigte mir das hier das wirtschaftliche Herz von franz. Polynesien schlägt. Zwar ist ein Teil der Geschäfte auf Tourismus ausgerichtet, doch Charme versprüht Papeete wahrlich nicht. Verstopfte Straßen, lauter Verkehr zeugen von emsiger Geschäftigkeit. Und als Tourist bewege ich mich angenehm dazwischen, ohne ständig als potentieller Käufer belästigt zu werden. Eine Wohltat und Ruhepol ist doch eine 15minütige Einkehr in die Kathedrale Notre Dame. Ein Eclaire und ein Cafe Espresso nach dem leichten Lunch lassen mich noch mehr spüren – ich bin zwar im Pazifik, doch Frankreich klopft gleich um die Ecke an. Mit dem Unterschied, dass jetzt im November 31 Grad herrschen. Und jede Weihnachtswerbung irgendwie surreal wirkt.


Dienstag, 17. November 2009

Der geschenkte Tag

Nun sitze ich hier in Auckland im Flughafengebäude, warte auf meinen Anschlussflug und fühle mich ein wenig wie Phileas Fogg und Passepartout. Denn die beiden haben bei Ihrer 80tägigen Weltreise so wie ich einen Tag geschenkt bekommen – und somit ihre Wette gewonnen. Denn erstmalig überschreite ich bei all meinen Reisen die Datumsgrenze. Fahre heute ab ... und komme gestern an. Auf Tahiti, in der Hauptstadt Papeete. Es bleibt spannend . . .

Bye bye Neuseeland, Bonjour Franz. Polynesien

1 Weltreisender, 2 Inseln, 3 Grad morgens beim Aufwachen im Campervan, 4 Räder unter mir, 5 Stunden im Tattoostudio verbracht, 10 Zehen ins kalte Meerwasser gesteckt, etwas mehr als 8 Wochen oder 60 Tage unterwegs gewesen, 1000 Kiwi-Vögel irgendwo im Busch versteckt nicht gesehen, 7.500 km Straße und Piste hinter mir gelassen, gefühlte 100.000 Mal zu meiner Reise befragt worden, 4.300.000 Einwohner im Vorbeifahren gegrüßt, 45.000.000 Schafe um ihre grünen Wiesen beneidet. So könnte man Neuseeland zahlentechnisch beschreiben. Doch die Wirklichkeit sieht ja eigentlich viel schöner aus. Denn obwohl ich den verregnetesten Frühling seit Menschengedenken hier erlebt habe, bleiben doch die Sonnenstunden überwiegend in Erinnerung, gemeinsam mit kalten Winden an den Küsten und den Berggipfeln. Unbeschreiblich schöne Wanderungen, atemberaubende Naturkulissen, Herr-der-Ringe-Impressionen, in punkto Natur ist Neuseeland ganz oben auf der Liste. Wer mit dem Geldausgeben keine Probleme hat, wird mit Fallschirmsprüngen, Helikopterflügen, Bungeesprüngen, Fjordkreuzfahrten, Wal- und Delfin Rundfahrten schnell um seine wohlverdienten Dollar gebracht. Doch dafür wird im Gegenzug wirklich einiges geboten. Tja, und der Neuseeländer selber – schon irgendwie ein Unikum. Immer ein freundliches, joviales „Gidday“ oder „wie geht’s“ auf den Lippen, gerne für ein unverbindliches Schwätzchen zu haben, trinkfest und mit rauer Schale und weichem Kern. Ob mit europäischen, maorischem, asiatischem oder südpazifischem Hintergrund – in Kiwiland herrscht eine relaxte, angenehme und ausgewogene Atmosphäre. Modisch irgendwo hinter dem Rest der Welt unterwegs ... doch dies ist ja letztendlich auch kein Wunder... liegt das Land ja auch am Ende der Welt, 12 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland sprechen hier für sich. Mir bleibt hier nur abschließend zu sagen – Neuseeland, danke für die schöne Zeit, ich komme gerne wieder. Doch nicht im Frühling.